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Zerlegung und Tiefenreinigung der FJ-Bremssättel

 

Tja, wer auch in der Zukunft Wert auf eine gute Bremswirkung bei seinem Dickschiff nicht verzichten will, kommt wohl über Kurz oder Lang nicht um eine Reinigung der Bremssättel herum.

Erster Satz :

  -  es geht und es ist kein Hexenwerk. Außerdem gilt das nachfolgend Beschriebene im Grundsätzlichen auch für alle anderen teilbaren / verschraubten Bremssättel.

Zweiter Satz :

  -  diese Reinigung sollte so alle 25.000 km im Rahmen des Austausches der Bremsflüssigkeit wiederholt werden !

Dritter Satz :

 1.   Die ganze hier beschrieben Arbeit ist nur etwas für wirklich gewiefte Schrauber - es ist keine Anfängerarbeit !
2.   Nicht nur Eure Gesundheit hängt davon ab, sondern genauso auch die der anderen Verkehrsteilnehmer um Euch herum !
3.   Deswegen sind die einzelnen Schritte auch nur eher angedeutet, als im Detail und bebildert beschrieben. Nicht daß ein Noob auf die Idee kommt, das Ganze wäre ja ein Kinderspiel und meint er könne das ja doch alleine.

 

Man braucht :

reichlich Geduld (dit Jantze dauert so jute 3 Stunden

Druckluft (8 bar)

ganz kleinen (Uhrmacher) Schraubendreher, 2 mm breit

ATE - Bremsenfett

Drehmomentschlüssel 5-50 Nm

Messing Drahtbürste

harte Zahnbürste

WD 40 Öl

diverse Lappen

 

Demontage :

Sättel teilen

2-3 mal WD 40 in die Ringspalte um die Kolben herum auftragen und einwirken lassen - es löst schon mal ein wenig den Dreck und hilft beim Herausrutschen.

Mit einem der beiden Haltepunkte im Schraubstock fest einspannen.

Ein Tuch so um die Sattelhälften legen, dass es die Kolben auffängt, wenn man mit Druckluft in eines der Löcher pustet. Dabei die beiden Anderen mit den Fingern zu halten.

Wenn sich ein Kolben gar nicht bewegt, geht kein Weg mehr an einer Grip - Zange plus Lederstreifen als Verkratz-Schutz vorbei, um den Kolben zu ziehen.

Dabei nicht nur gerade heraus ziehen, sondern auch eine Hin + Her - Drehbewegung machen.

Ein anderer Weg, um die Grip - Zange zu vermeiden, ist schlicht den ersten Kolben, der sich bewegt und heraus gekommen ist, nach Reinigung der Ringe und Nuten wieder einzusetzen und mit einer Schraubzwinge zu sichern. Dann wieder Druckluft und es sollte "Plopp" machen, sprich der 2. Kolben sollte "kommen".

Das Ganze bei beiden Sattelhälften.

Nur ein Bild genügt, um den Zustand vorher / rechts ==> nachher / links zu zeigen.

(nen Klick auf´s Bild vergrößert es in einem neuen Fenster)

Und wer ganz genau hinschaut , wird den Dreck / Belag auf den Dichtungen links erkennen,
der letztendlich dazu führt, weil er eben auch in den Rillen
der Gehäuse zu finden ist,
also hinter den Dichtungen,
dass die Kolben so nett in ihrer Beweglichkeit behindert werden.

Hinweise:

Die dicken Dichtungen haben ( teilweise! ) eine bestimmte Einbaulage und einen trapezförmigen Querschnitt. Ergo ganz genau hinschauen (Lupe z.B.) und "passendes" Ablegen der Dichtungen nach der Entnahme ist erste Pflicht.

Die dünnen kann man beliebig einsetzen, sie haben keine besondere Einbaulage.

Sie dienen zum Einen dem Staubschutz der tiefer liegenden Hauptdichtung und zum Anderen als Rückholer des Kolbens um den notwendigen 1/10 mm, damit der Belag eben nicht an der Bremsscheibe mit Druck aufliegt..

Die kleinen Dichtungen der Trennflächen bloß nicht verlieren - sie können wieder verwendet werden und haben keine besondere Einbaulage.

Die "Rillen" der Dichtungen setzen sich mit derart viel "Grind" zu, dass es einen gruselt. Der Dreck muß raus und das geht am besten mit einem kleinen, 2 mm breiten, Schraubendreher aus dem Uhrmacherset.

Mit der Messing Drahtbürste alle Flächen säubern.

Dann mit dem Fett und einer Zahnbürste noch nachwienern und der Sattel ist wieder bereit zur Montage.

Beide Dichtungen je Kolben werden Trocken eingesetzt und vor dem Einbau des Kolben GAAAAAAAAANZ dünn mit etwas ATE - Fett eingeschmiert.

Zusammenbau:

Dichtungsnuten reinigen und fettfrei machen

Dichtungen trocken einsetzen - jede genau dahin, wo sie vorher war

Dichtungen mit ´nem Müh ATE-Paste dünn einfetten

alle Kolben ganz eindrücken

kleine Dichtungen in die "Sitze" einlegen (trocken)

Kolbenhälften aufeinander legen und die Bolzen,
mit ein klein wenig Fett (Kupferpaste) am Gewinde, eindrehen.

Dabei darauf achten, dass die kleinen Dichtungen richtig sitzen und nicht verrutscht sind.

Alle Schrauben mit der Hand und einem Inbusschlüssel locker anziehen,

dann erst den Drehmo ansetzen und mit 20 Nm anziehen.

Noch ein Tip am Ende.

Die Entlüftungsschrauben ganz heraus drehen und das Gewinde mit Teflonband aus dem Sanitärzubehöhr mit 3-4 Wicklungen "eindichten" / umwickeln.

Dies verhindert das Eindringen / Nebenziehen von Luft beim Entlüften.

Sättel anbauen, entlüften und Achtung bei der ersten Bremsung - sie packen auf einmal wesentlich / erheblich besser.

Ist einem guten Bekannten so ergangen - seine tief verdreckten Sättel gegen tief gereinigte getauscht und er hat seine Mopete bei der ersten Probebremsung fast auf die Seite geworfen, weil er schlicht überbremste.

Gleicher Handkraft - Einsatz wie vorher und die Wirkung war enorm.

Also Vorsicht bei den ersten Bremsungen - die Dinger arbeiten wieder und verdienen sich ihren Namen nun zu Recht.

 

 

Drehmomente :

Sattelschrauben Inbus - 20 Nm

Sattel-Halteschrauben an der Gabel - 39 Nm

Hohlschraube Bremsleitung - 22 Nm

Entlüftungsschraube - nur so fest, bis sie dicht ist, max. 7 Nm

 

 

PS:

Ich verweise nochmals auf das jeweils eigene Risiko beim Nachmachen.

Wer es noch nie gemacht hat, dem rate ich dringend ab, hängt doch wirklich SEHR VIEL von den korrekt arbeitenden Bremsen ab.

Wer hier Fehler macht, zahlt sie im schlimmsten Fall mit dem Verlust seiner Gesundheit und der Anderer oder sogar noch Schlimmerem.

 

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 das Ganze hier zum

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