lara.jpg (6699 Byte)

 

 

zurück zu FJ - Bremse

 

 

Home

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

top.gif (1120 Byte)

Zerlegung und Tiefenreinigung der FJ- 3CW - Bremssättel
von Stingray a.d. FJ-Rudi-Forum

 

1 : 1 übernommen als Ergänzung zu meinen anderen Berichten zum Thema.

_________________________________________________________

Bremssattelüberholung FJ1200 3CW, 3CV, 3CX, 3YA...

 

Irgendwann kommt sicherlich der Zeitpunkt, da geht meistens nach dem Winter die Bremse nicht mehr so richtig, das Vorderrad dreht sich schwerer und schwerer. 

Grund dafür sind schwergängige Kolben in den Bremssätteln.

Sie federn nicht mehr weit genug zurück, so dass der Bremsbelag immer an der Bremsscheibe anliegt. Damit nutzen sich Beläge und Scheibe rasch ab, vom glasig werden der Beläge einmal abgesehen.

Auch ohne zu Bremsen wird die Bremsscheibe dann schon fast heiß !!!

Dann wird es Zeit, die Sättel zu überholen, die Kolben wieder gangbar zu machen.

Vor dem Entfernen der Beläge werden die Kolben zurückgedrückt mit einer Wasserpumpenzange o.ä.

Dann entfernt man die Beläge und lockert schon mal die Hohlschraube der Bremsleitung, so dass man sie später bei schon abgeschraubtem Sattel leicht lösen kann.

 Sind nur die inneren Kolben schwergängig - so wie in meinem Fall - so empfielt es sich, vor dem Zurückdrücken

der noch guten Seite zuerst diese Kolben weiter rauszudrücken und sie von der Schmutzkruste am Rand zu

säubern / abzupolieren.

Sonst drückt man den Dreck bis über den äußeren Dichtring zurück und dann sind diese beiden Kolben bestimmt auch noch schwergängig !

Jetzt baut man den Sattel ab, legt ein dünnes Holz über die äußeren bzw. inneren Kolbenpaare und hält diese mit einer kl. Schraubzwinge zurück.

Dann werden die beiden freien Kolben "rausgepumpt", bis sie fast kpl. draußen sind. 

Alternativ kann auch eine alte Bremsleitung an den Sattel angeschlossen werden, um mit Pressluft die Kolben rauszudrücken.

Bremsleitungen abschrauben und mit dem Sattel auf die Werkbank. 

Die Bremsleitung habe ich provisorisch mit einer M10er Schraube, Hutmutter und den Cu-Ringen verschlossen.

Den Sattel auseinander zu schrauben geht problemlos.

Stecken die Kolben noch 2-3mm im Sattel, so kann man mit einer Wasserpumpenzange und untergelegtem

Leder oder einem Stück Autoschlauch den Kolben rausziehen / rausdrehen.

Jetzt ist ein Kolben draußen, der Bremssattel ist auseinander.

Man sieht jetzt beide O-Ringe. Der breitere ist die Dichtung, der andere der Rückholring mit zwei Dichtlippen, die sich verformen können.

 

 

Es sitzt sehr viel fester Dreck (Verharzung), Siff etc. hinter - und neben - diesen Ringen. Somit drücken die mit der Zeit immer mehr auf den Kolben ein, so dass dieser klemmt.

Dies ist der Grund für die feste Bremse. Am besten, man verwendet neue Ringe, doch nach dem Reinigen tuns die alten auch meist wieder.  

Die Ringe werden jetzt vorsichtig aus ihrer Nut gehebelt.

Wenn die Ringe draußen sind, sieht man schön den Dreck in den Nuten, der auf die O-Ringe gedrückt hat.

Der Dreck muss raus. Mit einem leicht gebogenen kleinen Schraubenzieher oder einem 1,5mm Kupferdraht kratzt man das festgebackene Zeugs raus.

Gut geht auch eine gekröpft gebogene Stahlnadel, so wie sie der Zahnarzt zum Entfernen von Zahnstein benutzt.

Mir ist es dann aber etwas zu "gefährlich", mit Stahl auf Alu rumzukratzen und ich benutzte Zahnstocher !

Mit 2cm abgebrochenen Spitzen - mit Spitzzange gehalten - konnten die Ecken der Nuten gut gereinigt werden und mit dem stumpfen Teil des Zahnstochers waren auch die Nuten gut in der Fläche zu reinigen !

Anschließend reinige ich alles mit Bremsenreiniger.

Nach erfolgreicher Arbeit sehen die Nuten so aus:

Jetzt wenden wir uns den Bremskolben zu, diese müssen ebenfalls gereinigt werden.

Als allererstes reinige ich den Kolben mit Bremsenreiniger.

Mit 800er Schleifpapier kann man harte Verkrustungen entfernen und d abei der Oberfläche "Struktur" geben.

Somit kann der Kolben immer leicht Bremsflüssigkeit in der Struktur mitnehmen und sich selber schmieren.

(Tip von einem alten Schrauber).   Bei mir genügte eine Abreibung mit Chrome-Polish !

Als nächstes werden die O-Ringe gereinigt.

Einfach den Dreck, der dran haftet, mit einem Fingernagel abkratzen, geht prima !

So sieht der Ring vor dem Reinigen aus, deutlich sichtbare Spuren von Verschmutzung.

Nach dem Reinigen:

Jetzt kommen beide Ringe wieder an Ort und Stelle, vorher etwas mit Bremsen-Fett benetzt.

Der Kolben wird auch mit Bremsenfett leicht eingeschmiert, ebenso die Dichtungen und dann wird der Kolben vorsichtig eingedrückt. Sobald er den zweiten O-Ring passiert hat, sollte er sich ohne Kraftaufwand reinschieben lassen. Wenn das nicht geht, ist irgendwo noch Dreck unter den Dichtungen.

Dann wird der Bremssattel kurz wieder zusammengeschraubt, um die anderen beiden Kolben herauszudrücken.

Dabei die bereits gereinigten Kolben mit Holz und  Schraubzwinge zurückhalten, oder - wie hier im Bild - nur immer einzeln herausdrücken.

Die beiden O-Ringe zwischen den Sattel-Hälften sind problemlos wiederzuverwenden.

Gleitstellen der Bremsbeläge an den Wangen des Sattels dünn mit Kupferpaste bestreichen, Sattel montieren, die Stifte rein, Federblech nicht vergessen, der Pfeil auf dem Blech zeigt Drehrichtung des Rades an.

Sicherungen der Stifte rein und Kappe drauf, Entlüften, fertig !

 
Wenn man dies erledigt hat, kann man sich dem zweiten Bremssattel widmen.

Abschließend die Testfahrt:

Nach 10...15 km ohne vorne zu bremsen sind beide Scheiben noch total kalt und das Moped geht auch wieder

viel leichter zum Schieben (und braucht etwas weniger Sprit) !!!

 

identische Bremssättel (vorne) sind:

 

 

 

 

Kolben d x h

TDM 850

3VD

91 - 95

jüngere Bj auch passend, aber dann silber

2,0 x 22,80

TDM 850

4CM

91 - 93

 

32,0 x 22,80

 

 

 

 

 

FZR 1000 2LA

 

 

jüngere Bj auch passend, aber dann silber

32,0 x 22,80

FZR 750

3KT

 87 - 88

 

32,0 x 22,80

FZR 600

3HE

 

jüngere Bj auch passend, aber dann silber

32,0 x 22,80

FZR 400

3BF

 

 

32,0 x 22,80

 

 

 

 

 

TZR 250

2MA, 2XW

87 - 91

 

?

                                                                                                                                              

PS:

Ich , schleife , verweise nochmals auf das jeweils eigene Risiko beim Nachmachen.

Wer es noch nie gemacht hat, dem rate ich dringend ab, hängt doch wirklich SEHR VIEL von den korrekt arbeitenden Bremsen ab.

Wer hier Fehler macht, zahlt sie im schlimmsten Fall mit dem Verlust seiner Gesundheit und der Anderer oder sogar noch Schlimmerem.

 

top.gif (1120 Byte)

 

 das Ganze hier zum

Download

als pdf