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Bremswirkung vorne verbessern
(hinten gilt das Gleiche)

 

 

Hi leutz,

 

hier meine eigenen Erfahrungen.

 

Aber zuerst noch dieser wirklich wichtige Hinweis:

 

&

Alle Drehmomente stehen im WHB - bitte peinlichst beachten.

 

 

1. Bremssättel reinigen

- auseinander nehmen, Sitze (X) der Dichtungen peinlichst sauber machen, Dichtungen & Kolben reinigen, Dichtungen wieder rein  (XX)  und die Kolben ganz leicht  mit ATE-Bremspaste gefettet (eine dünne Schicht DOT soll auch helfen) auch wieder einsetzen.

- aber Achtung - hierbei müssen die Kolben super fluffig in die Sättel reingehen und sich von Hand auch wieder raus ziehen lassen.

Klappt das nicht, hat sich höchstwahrscheinlich die Staubdichtung mit rein geschoben und klemmt das Ganze nun fest.

- durch das Reinigen wird die Kraftaufwendung zum Bremsen direkt in Bewegung der Kolben umgesetzt und nicht zum Teil zur Überwindung der Reibkraft der verdreckten Kolben verbraucht.

Also VOOOOOOOOOOOOOORSICHT beim ersten Bremstest !

 

Nicht dass Euch das Vorderrad weggeht, weil Ihr, wie früher, am Hebel gezerrt habt !

 

Alles schon gehabt, nich´ wahr Gerald?
 

 

(X) Was ich da teilweise schon an Dreck-Mengen heraus gepopelt habe ,
 " könnte `nem guten Maurer genügen, ne ganze Hochhaussiedlung zu errichten ! "

 

(XX) Dabei ist zu beachten, dass die Dichtungen keine Verformung aufweisen.
Ist dies doch der Fall , muß zwingend ein Reparatur-Satz her und verwendet werden. ,

 

2. organische Bremsbeläge von EBC - meine persönliche Erfahrung - (vorne wie hinten)

- bei den Hayabusa 1999 - 2007

- bremsen wie Bolle

- fressen aber die Scheiben nicht so stark auf, wie Teilsinter- / Vollsinter - Beläge

 

3. radiale Bremspumpe, (bei mir) Brembo aus der Yamaha R1 RN09 oder auch 999er Ducati

- entspricht lt. tel. Rückfrage bei Fa. Brembo fast genau dem Durchmesser der originalen Bremspumpe von 5/8"= 15,875 mm
- kleiner macht keinen Sinn, weil das geschobene Volumen nicht ausreicht und damit die Bremskraft verringert wird
- größer, z.B. 19 mm, macht die Bremse wesentlich aggressiver und bei einer Schreckbremsung liegt man um ein vielfaches schneller „uffe Neese“ (so Kumpel Mario geschehen )

 

4. Stahlflex Leitungen, kunststoffummantelt

- zwei Leitungen von der Pumpe zu den Sätteln
Freund "Mario-Gixxer" und ich haben die Erfahrung gemacht,
daß bei der originalen Verschlauchung (Pumpe ==> Sattel rechts ==> Sattel links) die Bremsbeläge auf der linken Seite etwas weniger abgenutzt werden, als auf der rechten Seite, was sehr stark vermuten lässt, dass bei der originalen Verschlauchung links nicht die gleiche Bremskraft ansteht wie rechts, obwohl alle physikalischen Gesetze das Gegenteil sagen.

 

Resume:

Meine Handbremse ist wegen der Semi-Radial-Pumpe  sehr gut dosierbar, bremst wie Bolle und meine Bremsscheiben danken es mir, wohl wegen Punkt 2. , mit längerer Lebensdauer.

 

ungefährer Kostenaufwand :

wenn man selber schrauben kann

- ATE - Bremspaste geschätzte 15 ,- €

- eigener Zeitaufwand f.d. Reinigung der vorderen Sättel - null Euro, aber bestimmt 6 Std. + super dreckige Hände

- Brembo Radialpumpe von der R1 - in der Bucht erstanden für 106,- € incl. Porto

- Stahlflex von Dieter - 82,- € incl. Porto
aber Achtung - bitte Bescheid geben, ob für Originallenker oder Umbau wie z.B. MV-Erhöhung, Supi-Lenker etc.

- Montage - 0,- €

- 1 Liter DOT 4 - ca. 14,- € ,  plus ne knappe 1/2 Stunde für´s Befüllen und Entlüften

- Eintragung der Pumpe u. der Leitungen in die Papiere - ca. 45,- €

 

Und noch etwas - die Reinigung der Sättel sollte nach meiner bisherigen Erfahrung wohl so
ca. alle 30. - 35.000 km anstehen.

 

Vorgehensweise :

Es ist alles im WHB zur ´99er genau beschrieben - Ausbau und Zerlegung des Bremssattels

- Vorne - ab Seite 6 - 65

- Hinten - ab Seite 6 - 73

 

Bremsbeläge Achtung beim Einbau - WICHTIG

-  Sind die Beläge noch gut, aber schon "eingefahren", muß man zwingend darauf achten, diese später wieder an exakt die alte Stelle zu setzen, also
 links innen wieder auf links innen, links außen wieder auf links außen , usw.

- Beim Ausbau also schon genau die Positionen der gebrauchten Beläge notieren / passend hinlegen oder,
wie ich, beim Herausnehmen sofort mit einem Filzer mit z.B.  Li / La und  Ri / Ra beschriften.

- Achtet man nicht darauf , denkt man nachher , man hätte rein gar nichts gemacht, weil die Bremse sich total stumpf anfühlt.

- Grund dafür ? 
Die gebrauchten Beläge haben minimale Wellen - analog zur gebrauchten Scheibe und die Wahrscheinlichkeit, daß dann "Spitzen" der Beläge auf "Spitzen" der Scheiben treffen, ist enorm und somit kann dann gar keine gute Bremswirkung aufkommen.

- Ähnlich ist es, baut man nach dem Reinigen neue Beläge ein - DIE müssen sich erst an die alten (eigentlich immer leicht welligen) Scheiben anpassen - ich nenne es mal "einschleifen".

Also auf den ersten Fahr - km immer wieder so alle 200-300 Meter die Bremse leicht ziehen, bis man eine leichte Verzögerung spürt, dann wieder los lassen , weiter fahren und wieder Bremse ziehen etc.
Man kann die Verbesserung der Bremswirkung direkt fühlen.

- Ist cool wie die Bremse dann auf einmal wieder ihren Namen zu Recht trägt und nicht mehr nur als "Einparkhilfe" bezeichnet werden muß.

- Hinten 1:1 komplett dito

 

So,

nu ollns kloor?

 

Na dann auf und frisch ans Werk.

 

Und hier noch ein paar Bilder zum Thema dreckige Bremssättel : 

 (nen Klick auf´s Bild macht´s groß)

 

links Dreck überall - rechts saubäääääää

Bild 1

links Dreck überall - rechts saubäääääää

Bild 2

 

im direkten Vergleich - hinten Dreck - vorne sauber

Bild 3

dieser Dreck muß raus

Bild 4

 

Bild 5

 

Bild 6

noch etwas zur Erklärung :

1.   Der Dreck in Bild 4 hinter der Staublippendichtung ist symptomatisch - genau die gleichen Ablagerungen findet man sehr oft auch hinter der Druckdichtung , eine "Stufe" tiefer in Sattel.

Das Zeug lässt sich z.B. mit einem ganz kleinen Schraubendreher rauskratzen und hat man eine klitzekleine Stelle übersehen, kann man die Beule in dem Druck - Dichtring deutlich spüren, wenn man ihn wieder eingesetzt hat.

2.   Das Teflonband an der Entlüftungsschraube dient dazu, beim Entflüften oder beim Austausch der Bremsflüssigkeit ein Austreten von DOT 4 oder das ungewollte Einziehen von Luft über das Gewinde bei Verwendung eines Unterdruck-Werkzeuges zu verhindern.
Der Entlüftungsnippel wird beim Öffnen derart locker, dass es nicht mehr wahr ist.

Das Teflonband verwende ich übrigens auch an der Entlüftungsschraube des Kupplungsnehmers.

3.   Das Teflonband an der Hohlschraube dient dazu, den Eintritt von Dreck und Luft in die Sättel weitestgehend, bzw. den Austritt von DOT 4,  zu verhindern, sollte man die Sättel vor-befüllt weglegen.

4.   Die schicken VA-Inbus gönne ich mir einfach - kosten rd. nen Euro das Stück, aber zusammen mit dem sauberen Blech sieht´s einfach totschick aus.

 

 

PS :

Wenn man vorne schon am Reinigen, und somit beim Austausch des DOT 4 , ist,

sollte man auch gleich den hinteren Bremssattel auch tiefen reinigen.

Macht echt Sinn - glaubt´s mir !

 

 

 

Und hier noch ein Link zu einem "neutralen" Berichterstatter namens Winni Scheibe zum gleichen Thema.

Prädikat - sehr lesenswert.

 

 

Nachsatz :

Das Tiefenreinigen der Sättel vorne nach 30.-35.000 km macht nur bei den Sätteln der Gen I  Sinn.

Ich habe jetzt dreimal die Erfahrung gemacht, dass die radialen der Gen II  - Sättel vorne selbst nach 50.000 km innen noch pieksauber sind, will sagen - diese Sättel sind augenscheinlich wesentlich unempfindlicher und verdrecken nicht so schnell .