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FJ -
Werkz
eug

 

Hayabusa - Werkzeug

 

Vergaser synchronisieren,
wie / wann / womit ?

 

So Leutz,

 

vorab Grundlegendes :

-  Einmal im Jahr bzw. so alle ca. 10.000 km synchronisieren wäre echt schick.

-  Daß man vorher das Ventilspiel kontrolliert oder sogar nachjustiert, sollte jedem klar sein.

-  Und JA! - es ist eine wiederkehrende Arbeit und keinesfalls ein einmaliges Ding.

-  Wer selbst "schrauben" kann, kommt um die Anschaffung eines sog. Synchrometers nicht herum.

-  DAS gilt für Vergaser wie Einspritzer GLEICH.

 

Denn

alle Mehrzylinder - 4 & 2 - Takt - Motorräder , die ICH kenne ,

haben, jeweils einfach je Zylinder, sogenannte Drosselklappen bzw. Gas - Schieber verbaut.

-  bei Vergasern direkt im (komplexen) Vergaser selbst und

-  bei Einspritzern als eigenständige Drosselklappen zwischen Zylinderkopf und Luftfilter(-kasten)

 

Das Fiese

bei allen diesen Mehrfach - Anlagen ist,

daß die Drosselklappen bzw. Gas - Schieber mittels einer durchgehenden Welle mittels Klemmung in ihrer Stellung montiert sind

und daß diese Einstellung über die unzähligen Gaswechsel sich dann irgend wann doch ein klein wenig verstellt

und der Motor sich dann "unten rum" irgend wie "komisch anfühlt" bzw. sich sogar - gefühlt - beim schnellen Beschleunigen "verschluckt" .

Deshalb haben die Konstrukteure zum Ausgleich dieser Verstellung eben die Synchronisierschrauben erfunden .

Sie bringen die Drosselklappen wieder dahin, daß sie passend zu den Zylindern und deren einzeln aufgebauten Unterdruck, bei allen Zylindern soviel "Luft" durchlassen, daß  dadurch die Gasannahme im unteren Drehzahlbereich so schön identisch ist, daß der Motor sauberst Gas annimmt und feinfühlig arbeitet, sprich "Gas annimmt" .

 

Doch jetzt zum Instrument.

 

Hier gibt es zwei verschiedene Grundarten :

 A         die mechanischen, mit Federn ausgerüsteten, Zeiger - Uhren

 B         die rein physikalisch arbeitenden Anzeigen
1.
mit Kolben in einem Steigrohr á la „Carbtune
2.
mit Flüssigkeit gefüllt (selbst gebaut)

 

(1 Klick macht sie groß)

 A

Uhren
z.B. " BOEHM "

 B 1.

Schlauch
" CARBTUNE "
www.carbtune.com/inst_de.html

 B 2.

Schlauch
selbst gebaut
www.gs-classic.de/tipps/verg_12.htm

Preis :

ca. 180 €

Preis :

ca. 80 €

Preis :

ca. 30 €

 

 

Der absolute Vorteil

 

der Meßinstrumente nach  B  ist,

daß es keinerlei Federn oder sonstige Bauteile gibt , die bei Gebrauch sich verändern oder ihre Eigenschaften nach und nach aufgeben und damit die "Eichung" verlieren.

daß sich rein gar nichts verstellen kann und ich mich 100%ig auf die angezeigten Werte verlassen kann.

Es wirkt eben alleine die reine Physik und keine Feder kann einen Meßwert verfälschen.

Dieses Messinstrument ist immer geeicht, da hier allein die Physik am Werke ist und somit immer gleiche Werte angezeigt werden, egal ob oben auf dem Himalaya oder am Meeresstrand.

 

Der große Nachteil (a)

 

des Meßinstruments nach  B 2.  ist,

daß bei massiv verstellten Drosselklappen / Schiebern, z.B. nach einer kompletten Demontage / Zerlegung der Vergaser- / Drosselklappenbrücke, man gar nicht so schnell den Motor stoppen kann, wie man Gefahr läuft, sich das Öl in die Vergaser zu saugen.

 

Hier kommen dann doch die Uhren nach  A  zum Einsatz, aber nur zum groben Vor-Synchronisieren.

"Flattern" die Zeiger alle vier so einigermaßen im gleichen Bereich kommen die Uhren ab,  meine Schlauchgeschichte nach  B 2.  ran und es geht ums feinste Einstellen.

 

zu den Uhren nach  A

Es müssen nicht die teuren BOEHM-Uhren sein, denn zum groben  Vorjustieren genügen vollkommen die preiswerten Uhren von z.B. Louis, Polo, etc.

 

Der große Nachteil (b)

 

des Meßinstruments nach  B 1.  ist seine, im Vergleich zu Variante  B 2.  , um den Faktor von ca. 10 kleinere Anzeige / der Abstand von Strich zu Strich.

Aus der Meßtechnik ergibt sich eindeutig, daß, je größer eine Anzeige ist, desto präziser ist die Ablesung und damit - hier - die Einstellung / Justierung.

 

Anmerkung :

 

Ich habe jüngst den Eindruck gewonnen, daß sich als Synchronisierschrauben wohl Inbus - Schrauben wesentlich besser machen könnten, als die Serien- X - Schlitz - Schrauben, bei denen einem dauernd der Dreher wegrutscht, selbst wenn man diese hier benutzt, und man kaum genügend Druck aufbringen kann ohne gleich wieder Gas zu geben.
Mal sehen was sich da machen lässt.

 

 

 

Eines sei noch erwähnt :

Die Meßeinrichtung nach  B 2.   entsprang ursprünglich dem Geiste eines anderen
hier zu finden: http://www.gs-classic.de/tipps/verg_12.htm
ich habe aber die Erlaubnis per eMail bekommen, diese Beschreibung hier zu veröffentlichen.

 

 

Was zum Nachbau der Variante  B 2.  benötigt wird:

1.       Brett 1,50 x 0,27 m
(ich habe eine Press-Spanplatte 10mm dick genommen, schön leicht und dennoch ausreichend stabil)

2.       5,0 m klarer Schlauch mit 8mm Innen-Durchmesser
(für´s Meßinstrument an sich)

3.       8,0 m klarer Schlauch mit 6mm Innen-Durchmesser
(als Anschluß - Schläuche zu den Stutzen am Zylinderkopf)

4.       4 T-Stücke 8 mm zur Verbindung der einzelnen Schläuche

5.       4 Übergangsstücke 8 auf 6 mm

6.       4 Klemmfedern, wie sie auf den Meßstutzenkappen sitzen

7.       ca. 150ml Motoröl
(ich habe Neues genommen und man kann super gut ablesen)

8.       Gewebe-Isolierband, um den 6er Schlauch etwas dicker zu machen im Bereich, wo er auf die Meßstutzen aufgesteckt wird und die Klemmfedern drauf kommen, sonst sitzt der 6er Schlauch etwas locker und könnte Nebenluft zulassen.

9.       reichlich 50 Kabelbinder (ganz dünne)

 

Vorgehensweise:

1.       Im Abstand von 5 cm horizontale Linien aufs Brett gezeichnet
(ca. 1m weit und mittig auf die Länge des Brettes bezogen)

2.       Im Abstand des sich ergebenden Mittenabstandes der T-Stücke alle 20cm Löcher (3mm) gebohrt

3.       ein 10er Loch oben mittig gebohrt, damit die ganze Schose gerade hängt

4.       den 8er Schlauch in 4 Längen von exakt (X) 1,10 m geschnitten

5.       den 6er Schlauch in 4 Längen von exakt (X) 2,00 m geschnitten

6.       mit den Kabelbindern die Schläuche am Brett befestigt
(Ansicht von Hinten Bild 2)

7.       Die Schlaufe am Ende (siehe Bild 4) ist ca. 60 cm lang

8.       ca. 150 ml Motor-Öl mittels Spritze eingefüllt, so daß der Füllstand bis zur Mitte der Markierungen reicht (siehe Bild 1)

 

(X) Die 100% gleiche Länge der jeweiligen Schläuche unter Pkt. 4 und 5 ist wichtig, da sonst die Messwerte falsch werden, weil Luft dehnbar ist (kompressibel ist sie auch – ist bloß hier nicht von Wichtigkeit) und sich falsche Unterdrücke in den Schläuchen einstellen würden.
± 1 mm in der Länge sind nicht tragisch, aber mehr sollten es wirklich nicht sein.

 

ein paar Bilder zur besseren Erklärung:
(1 Klick macht sie groß)

Bild 1

Bild 2

Quelle: Hellweg Baumarkt Berlin, Hohenschönhausen, Gartenabteilung
Preis: rund 27,- Euro
Zeitaufwand: ca. 3 Stunden

gebaut anno 2008 oder so.

 

und hier das Ganze zum
Download
als pdf-Datei bereit gestellt.

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PS:
Und so schaut die
Variante  B 2.  an einer Hayabusa aus Bj. 99 in Aktion aus.

Bild x. zeigt die "Schiefstellung" der Drosselklappen , Bild y. mein Endergebnis der Synchronisierung .

Ja, die Säulen sind nicht alle auf einem Strich, aber "dank" der x-Schlitz-Schrauben war einfach nicht mehr drin,

wobei diese Unterschiede noch immer wesentlich genauer sind, als alle noch so teure Uhren und die noch immer leicht treppenartige Ausbildung der 4 Säulen lässt zumindest die Nusa bestens am Gas hängen.

Ergo ist alles soweit erst einmal gut. 

 

(1 Klick macht sie groß)

Bild x

Bild y